El próximo festival tiene lugar del
24. al 26. de Julio 2015.



Reseña del vídeo

"Frauen im Gras", Video von Marie Vermeiren, 2003, Belgien, 27 Min., Dt. Fassung.

"Frauen im Gras" – ein Titel, der schon etwas stutzig macht. Nein, es handelt sich nicht um eine Dokumentation über Coffie-shop Tourismus in Amsterdam als Quelle weiblicher Inspiration – viel harmloser (oder doch nicht??): eine "schnittige" Video-Produktion über das 7. interkulturelle Frauenmusikfestival im Hunsrück 2002.

Die Belgierin Marie Vermeiren hat ein gutes Ohr gehabt für die "leisen" Zwischentöne, die diesen Event so liebenswert machen, - und es mit ihren Augen widergegeben:

Eine aufwachende Campingwiese im Nebel, Zelte wie schlaftrunken und eine Naturgeräuschkulisse als Musik. Hinein verwoben die letzten musikalischen Eindrücke vom Abend davor, genau, zwei sind's (dieses witzig-brillante Duo), die das Publikum zum Toben brachten: "Son Dos".

Wechselnde Gesichter und Handgriffe bei den langen und mühsamen Aufbauarbeiten in den Tagen davor. Mal ein breites Grinsen in die Kamera, mal höchste Konzentration im Augenblick. Immer mit der Zeit im Nacken – stimmig untermalt von "Hot & Spicy"'s coolen Techno-Covers.

Oder die visuelle Hymne auf freie Körperkultur am Wildbach – eine der vielen schönen Nebenfreuden, die frau an diesem Wochenende intensiv genießt. Wenn's einer zu heiß wird (wie auch immer), kann so ein Bad im Bach verbunden mit einem heiteren Spaziergang von einem Stein zum andern zum echten Hochsommererlebnis werden und frau die höchsten Töne entlocken.

Ja, es war ein Wochenende voller Musik und Gesang auf vielen Ebenen – auch hinter den Kulissen. Das wird deutlich. Hier wird noch für die offene Bühne geprobt, da wird in munterer Tischrunde schon etwas nachgesungen, und abends am Lagerfeuer bringen alle ihre Instrumente und Stimmlagen mit und setzen ein zum großen Konzert am Rande. Und das alles in der schönsten Form von Vielseitigkeit und Unterschiedlichkeit, die frau sich für ein kulturell verbindendes Ereignis wie dieses nur wünschen kann: verschiedene Nationalitäten, Sprachen, Vorlieben, Interessen, Bedürfnisse, Traditionen und Kulturen – all das und vieles mehr wird auf der Bühne, davor und dahinter zum tragenden Geschehen. Ausschnitte aus den Konzerten und die eingestreuten Interviews mit Teamfrauen, Besucherinnen und Musikerinnen bekräftigen diese Idee von Kultur als "Lebensart" (und auch: "Lesben-Art") – angefangen mit der Möglichkeit, einfach nur interessante Frauen kennen zu lernen, über den "Luxus" als Musikerin unter ihresgleichen zu sein, bis hin zu einem möglicherweise neuen Verständnis für tragisch-jiddische Elegien á la Bejerano & Höhne oder den Romanes-Gesängen des "Duo Trajo".

Marie Vermeiren ist es gelungen, sowohl die friedvolle Gelassenheit und Wärme im "Füreinandersein" dieses Festivals zu zeichnen als auch die pralle Lust am Tanzen, Singen, Musizieren, an weiblicher Aktion und Passion einzufangen. "Frauen im Gras" macht neugierig auf das, was da noch kommen mag, und sollte so viel wie möglich in Frauenkreisen gezeigt werden. Es ist zudem eine wundervolle Erinnerung an ein Wochenende, das beweist, was Frauen im Miteinander möglich machen können – auch wenn Bilder und Worte hier gar nicht ausreichen.

Dr. Saskia Schottelius, Bonn. www.chikara-frauen.de


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